Das Bewusstsein der Bevölkerung für die Luftwaffe stärken

    Der Bund will die F-5 Tiger Kampfjets bis Ende 2027 ausser Dienst stellen. Dies würde die Luftverteidigung unseres Landes unnötig schwächen und unweigerlich auch das Ende der schweizweit beliebten Flugstaffel Patrouille Suisse bedeuten. Pro Libertate hat eine Petition für den Erhalt der Patrouille Suisse lanciert. Zurzeit läuft die Unterschriftensammlung. Janosch Weyermann, Berner Stadtrat, Gemeinderatskandidat und Kandidat für das Stadtpräsidium für «Meh Farb für Bern», über den grossen Rückhalt der legendären Kampfjets in der Bevölkerung.

    (Bild: pixabay) Eine flotte Visitenkarte: Die Formation der Patrouille Suisse.

    Die legendäre Patrouille Suisse begeistert ein grosses Publikum Mitte August an den Dittinger Flugtagen im Kanton Basel-Landschaft. Welche Emotionen weckt dieses offizielle Schweizer Jet-Kunstflugteam bei Ihnen?
    Janosch Weyermann: Seit meiner Kindheit ist die Patrouille Suisse für mich etwas vom Tollsten überhaupt. Die Flugzeuge, die Bewegungen, das Zusammenspiel. Wenn ich die Flugzeugstaffel jeweils am Himmel sehe, bekomme ich Hühnerhaut.

    Die Aufgabe des 1964 gegründeten Teams ist es, die Leistungsfähigkeit, Präzision und Einsatzbereitschaft der Schweizer Luftwaffe im In- und Ausland vorzuführen. Welche Bedeutung haben diese Tiger-Jets für unser Land?
    Ich glaube bei der Patrouille Suisse geht es nicht nur darum der Bevölkerung die Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit vorzuführen, sondern sie hat durch ihre Präzision auch eine abschreckende Wirkung gegen aussen. Sie ist quasi das Aushängeschild der Schweizer Armee.

    (Bild: zVg) Janosch Weyermann: «Wenn ich die Flugzeugstaffel jeweils am Himmel sehe, bekomme ich Hühnerhaut.»

    Mit der geplanten Ausflottung der Tiger-Jets ist die Zukunft des legendären Teams nach 2027 ungewiss. Als Vorstandsmitglied von Pro Libertate, die Schweizerische Vereinigung für Freiheit, Demokratie und Menschen, setzen Sie sich vehement für eine Erhaltung der Flotte ein und haben sogar eine Petition an Bundesrat und Parlament lanciert. Wieso möchten Sie die Patrouille Suisse retten?
    Weil die Patrouille Suisse einfach zur Schweiz gehört. Man sollte Traditionen, die mit so vielen Emotionen verbunden und über breite Bevölkerungsschichten verankert sind, nicht einfach aufgeben. Zudem stärkt der Erhalt der Patrouille Suisse auch den Rückhalt und das Bewusstsein einer einsatzfähigen Armee in der Bevölkerung.

    Der Nationalrat versenkte an der letzten Sommersaison mit 108 zu 82 Stimmen und zwei Enthaltungen ein Postulat, das vom Bundesrat einen Bericht über die mögliche Weiternutzung des F-5 Tigers verlangte. Damit werden der Patrouille Suisse in absehbarer Zeit die Flügel gestutzt. Hauptargument: Ein Weiterbetrieb der F-5-Jets ist viel zu teuer. Alleine für die Flugsicherheit müssten dafür 9 Millionen Franken investiert werden. Die Betriebsausgaben würden sich auf rund 30 Millionen jährlich belaufen, hinzu kämen jährlich 14 Millionen für Personal und Treibstoff. Das überzeugt doch im Hinblick, dass die Bundesfinanzen im Argen liegen und wir sparen müssen?
    Wer bei der aktuellen Weltlage mit unzähligen Kriegen und Krisen bei der Sicherheit sparen will, spart definitiv am falschen Ort. Zudem gäbe es auf Bundesebene unzählige Möglichkeiten für anderweitige Einsparungen.

    Sie wollen die Armee mit der Patrouille Suisse stärken. Aber für eine allfällige Verteidigung würden die F/A-18 Hornet, die ab 2023 sukzessive durch die 36 moderne F-35A ersetzen werden, im Einsatz sein. Da braucht es die Patrouille Suisse nicht, wir sind so doch bestens gerüstet?
    Es geht wie bereits gesagt, nicht darum, welche und wie viele Flugzeuge die Armee hat, sondern darum, dass das Bewusstsein der Bevölkerung für die Luftwaffe weiter gestärkt wird. Dies ist ein wichtiger Aspekt, falls dereinst wieder neue Kampfflugzeuge beschafft werden müssen.

    Sie möchten mit den Tiger-Jets die Ausbildungsqualität verbessern und die taktische Flexibilität erhöhen. Müsste man dazu nicht ein neues, nach den heutigen Massstäben ausgerüstetes Kampfflugzeug verwenden und nicht halbe Veteranen einsetzen?
    Das sind halt einfach die Mittel, die uns in der aktuellen Situation zur Verfügung stehen. Ich wäre jedoch neuen Kampfflugzeugen nicht abgeneigt.

    Ist es nicht so, dass mit der Patrouille Suisse eine sogenannte «Heilige Kuh» geschlachtet wird und das für etliche Kreise schmerzhaft ist?
    Eine heilige Kuh ist es nicht, aber man muss sich schon bewusst sein, dass viele Leute etliche Emotionen mit der Patrouille Suisse verbinden, und es für sie auch oft die einzige Möglichkeit ist, unsere Luftwaffe im Einsatz zu sehen.

    Welches Feedback haben Sie bis jetzt auf Ihre Petition an Bundesrat und Parlament bekommen?
    Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind durchs Band positiv. Wir erhalten immer noch täglich unzählige Unterschriften aus der ganzen Schweiz. Dies zeigt uns wie gross der Rückhalt der Patrouille Suisse ist.

    Wie läuft die Unterschriftensammlung und wie sieht das weitere Vorgehen aus?
    Wir werden aktuell sicher noch bis nach den Sommerferien sammeln und anschliessend die Unterschriften zeremoniell an die zuständige Stelle übergeben.

    Wie hoch sind die Chancen, dass Sie die Pläne des Verteidigungsdepartementes stoppen können?
    Ich wünschte ich könnte eine Voraussage machen. Aber ich sage immer, die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Interview: Corinne Remund

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