Starke Lobby für die KMU

Der KMU- und Gewerbeverband des Kantons Luzern startet zu seinem 125-Jahr-Jubiläum mit neuem Namen und frischem Wind voll durch. Zentral ist nach wie vor das Anliegen, sich für seine Mitglieder einzusetzen und ihnen mit guten Rahmenbedingungen die tägliche Arbeit zu erleichtern – dies auf diversen Ebenen.

(Bild: CR) Als grösstes Unternehmernetzwerk setzt sich der KGL für optimale wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen für das Gewebe ein, denn eine starke Luzerne KMU-Wirtschaft schafft Wohlstand für alle.

Der KGL beginnt unter neuem Namen das Jubiläumsjahr. Das Kürzel KGL ist zwar geblieben, KGL steht nun aber für KMU- und Gewerbeverband Kanton Luzern. Mit der Erweiterung des Namens durch den Begriff KMU öffnet sich der Verband noch stärker in Richtung des Dienstleistungssektors. «Wir wollen damit alle jungen innovativen Firmen im Kanton ansprechen, denn sie sind unsere Zukunft», erklärt Gaudenz Zemp, Direktor des KGL. In den letzten 125 Jahren hat sich der Verband zu einer nichtwegzudenkenden Plattform für die Unternehmer und eine starke Lobby für die KMU entwickelt. Als grösste Wirtschaftsverband des Kantons hat der KGL innerhalb des Kantons ein grosses Gewicht. «Wir finanzieren uns vollkommen selbst und sind völlig unabhängig. Das erlaubt uns konsequente und geradlinige Positionen zu beziehen», sagt Peter With, Präsident des KGL.

Der engagierte Verband hat sich zur Aufgabe gemacht, die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für seine Mitglieder laufend zu verbessern. Dies tut er unter anderem über die Luzerner Gewerbekammer, das wirtschaftspolitische Organ des Gewerbeverbandes. An deren Sitzungen fassen die Kammermitglieder die Abstimmungsparolen zu gewerberelevanten Vorlagen, zudem tauschen sich die Delegierten rege aus. «Die vier Kammersitzungen haben sich zu einem Fixpunkt im Luzerner Wirtschaftsjahr entwickelt. Wir zählen jeweils rund 90 Teilnehmende und das sorgt für den nötigen, persönlichen Kitt», so Zemp.

Eine wichtige politische Funktion hat auch die Gewerbegruppe. Sie ist für die politischen Aktivitäten des Verbandes zentral. Sie setzt sich aus 47 Kantonsratsmitglieder zusammen, die entweder selbst Unternehmer sind oder eine budgetverantwortliche Funktion in Mitgliederfirmen haben. Vor den Fraktionssitzungen gibt ein Ausschuss der Gewerbegruppe zu gewerberelevanten Geschäften eine Abstimmungsempfehlung ab. Das Abstimmungsverhalten im Rat wird mittels Monitorings überprüft. «Die Gewerbegruppe ist auch entscheidend, wenn es darum geht, für Vorstösse Mehrheiten zu schaffen», so With.

(Bild: KGL) Der aktuelle Vorstand des KGL im Schneegestöber: Direktor Gaudenz Zemp (2.v.r.h) und sein Team sind warm angezogen und bestens gerüstet für die Umwälzungen und Veränderungen in der Wirtschaftsstruktur.

Beratung und Kommunikation
Der KGL unterstützt seine Mitglieder aber nicht nur auf politischer Ebene. Er steht ihnen auch im geschäftlichen Alltag jederzeit beratend zur Seite. Ein wertvolles und rege genutztes Instrument ist die «KMU Sprechstunde». Sie bietet den Mitgliedern kostenlos individuelle Hilfe im wachsenden Dschungel an Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien. Dass der KGL auch diverse Mandate für andere Institutionen ausübt, ist in der Öffentlichkeit wenig bekannt. Der Verband führt im Auftrag des Kantons das Kompetenzzentrum Qualifikationsverfahren, der kantonale Prüfungsleiter ist beim KGL angestellt. «Wir sind verantwortlich für die Organisation und Umsetzung des QV. Wir führen die rund 3000 Prüfungsexperten und wir stellen die Notenblätter und EFZ aus», so Zemp. Daneben bewirtschaftet der KGL noch die Geschäftsstellen der Bauwirtschaftskonferenz bzw. der Mobilitätskonferenz. «Diese Dienstleistungen prägen den Charakter der Geschäftsstelle. Wir funktionieren selbst wie ein kundenorientiertes KMU. So sind wir auf die Anliegen und Bedürfnisse unserer Mitglieder sensibilisiert» sagt With.

Das Betätigungsfeld des KGL ist in den letzten über 100 Jahren im Kern gleichgeblieben. «Die Wirtschaft hat sich von 2.0 zu 4.0 entwickelt. Aber die nötigen Aktivitäten zu Gunsten der KMU sind nach wie vor die Bekämpfung der Regulierungen, der Einsatz für ein attraktives Kostenumfeld, die Förderung eines guten Images in der Bevölkerung und die Vernetzung der Unternehmerinnen und Unternehmer», so Zemp. Stark verändert habe sich der Bereich Öffentlichkeitsarbeit. «Wir leben in einem Kommunikationszeitalter und die Medienarbeit ist dabei ganz zentral geworden. Wir müssen schneller und besser kommunizieren als unsere Gegenspieler.»

Bekämpfung des Fachkräftemangels
Das heutige duale Bildungssystem, das die Ausbildung im Betrieb und in der Schule verbindet, ist eine unverzichtbare Säule der Luzerner KMU-Wirtschaft. Dazu With: «Im dualen Bildungssystem steuert die Wirtschaft direkt die Menge des Nachwuchses und die Lerninhalte. So werden nur Fachkräfte ausgebildet, für welche es später einen Arbeitsmarkt gibt.» In der schulisch organisierten Grundbildung werde dies durch die Lehrerschaft und die Politik bestimmt. Das führe direkt zu höherer Jugendarbeitslosigkeit, wie die Westschweiz beweise. Die Bekämpfung des Fachkräftemangels, angefangen in der Volksschule bis zur Umschulung von Ü55-Mitabeitenden ist denn auch eine der ganz grossen Herausforderungen, der sich die Mitglieder stellen müssen. Doch der Schuh drückt die Gewerbler nicht nur im Bildungssektor. «In unserer schnelllebigen Zeit und im IT-Zeitalter, gilt es mit der wachsenden Komplexität mitzuhalten und unsere Mobilität durch neu Konzepte und Arbeitszeitmodelle zu gewährleisten. Man muss immer am Ball bleiben, sonst ist man schneller als man denkt, weg vom Fenster», gibt Zemp zu bedenken.

Auch in den nächsten Jahren wird sich der KGL für ein vielfältiges und lebendiges Gewebe in Luzern einsetzen. Dazu wird der innovative Verband weiterhin konsequent an de acht Faktoren des UBS-Wettbewerbsindikators arbeiten. «Im laufenden Strategieprozess werden wir die Prioritäten festlegen. Die neue fünfjährige Strategie soll bis an der Delegiertenversammlung 2020 stehen. Den Prozess haben wir soeben gestartet», sagt Zemp. Der erfahrene Unternehmer ist überzeugt, dass es in den nächsten Jahren starke Umwälzungen und Veränderungen in der Wirtschaftsstruktur geben wird. «Wir leben in einem radikalen Umbruch, aber das geht allen so. Wir müssen einfach dynamischer und innovativer die Chancen nutzen. Dazu haben wir im Kanton Luzern die besten Voraussetzungen.»

www.kgl.ch

Corinne Remund

DAS MACHT DER KGL

«Du bist die Wirtschaft»
Der Ursprung des heutigen KMU- und Gewerbeverbandes Kanton Luzern KGL liegt in einer kantonalen Gewerbeausstellung aus dem Sommer 1893. Die branchen- und regionenübergreifende Zusammenarbeit dieser Ausstellung schien ein voller Erfolg zu sein. Aus diesen Erfahrungen heraus, entstand der Wunsch, einen kantonalen Gewerbeverein ins Leben zu rufen. 1894 wurde der KGL gegründet. Dazu Gaudenz Zemp, Direktor des KGL: «Damals waren es die gleichen Anliegen wie heute. Man fühlte sich in einer Zeit des Umbruches und sah die Notwendigkeit, die Kräfte zu bündeln, um mehr zu erreichen.» Heute ist der KGL mit über 11’000 Mitgliedschaften in 39 Berufsverbänden und 47 lokalen Gewerbevereinen der grösste Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband im Kanton Luzern. Seinen Fokus im Dienst der Mitglieder setzt er auf die drei strategischen Tätigkeitsfelder KMU-Politik, Mandate & Dienstleistungen sowie Öffentlichkeitsarbeit. Ein siebenköpfiges Team – bestehend aus Direktor Gaudenz Zemp, Iris Heer, Anouk Knabel, Philipp Scharpf, Martina Branz, Monika Reber und Roger Maurer – setzt sich tatkräftig für die Anliegen des Gewerbes ein. Der Vorstand sozusagen die Exekutive des Verbandes, wird angeführt von Präsident Peter With, die weiteren Mitglieder sind Roland Meyer (Vizepräsident), Pius Müller, Elsbeth Lang, Fredy Lötscher, Rolf Bossart und Adrian Bühler.

125-Jahr-Jubiläum
Das Jubiläum läuft unter dem Motto «Du bist die Wirtschaft». Dabei will der Verband der Bevölkerung aufzuzeigen, dass alle ein Teil der Wirtschaft sind. «Im Kanton versuchen die Linke seit Jahren einen Graben zwischen die Unternehmer und die Bevölkerung zu treiben: Hier die Abzocker und dort die von Sparmassnahmen gebeutelte Bevölkerung. Wir korrigieren dieses Zerrbild mittels Fakten. Dabei wird eine ganze Reihe von Massnahmen umgesetzt», sagt Zemp.

CR

 

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